Produktion/Production Company A-B Films, Praha/Prag Produzenten/ Producers Frank Kassler, Charles Philipp, Josef Stein Regie/Director Julien Duvivier Buch/Script André-Paul Antoine, Julien Duvivier, Josef Kodícek (nach Stücken von Jirí Voskovec und Jan Werich/based on plays by Jirí Voskovec and Jan Werich) Kamera/DoP Jan Štallich, Václav Vích Ton/Sound Jiri Slavicek Schnitt/Editor Jiri Slavicek Musik/Music Joseph Kumok Bauten/Set Design Andrej Andrejeff, Stepán Kopecky DarstellerInnen/Cast Harry Baur (Kaiser Rudolf II./Emperor Rudolph II), Charles Dorat (Rabbi Jacob), Jany Holt (Rachel), Roger Karl (Kanzler Lang/Chancellor Lang), Germaine Aussey (Gräfin Strada/Countesse Strada), Alfred Bastyr (Kardinal/Cardinal), Jan Cerny (Keppler)

Spielfilm, s&w, 35 mm, 83 Minuten, frz. OF, dt. UT
Feature Film, b&w, 35 mm, 83 min., French OV, German subtitles

   

In Duviviers filmischer Annäherung an die Geschichte um Rabbi Löw und sein
künstliches Geschöpf steht die Frage nach Machtmissbrauch und dessen
Bestrafung im Mittelpunkt: Le Golem funktioniert dabei fast wie eine Fortsetzung
des deutschen Stummfilmklassikers, setzt seine Handlung doch nach
dem Tode Löws ein. Kaiser Rudolf II., dargestellt als wahnsinniger Tyrann mit
einer ausgeprägten Schwäche für Okkultismus und das Geheimnis um den
Golem, und sein ruchloser Kanzler Lang versklaven die jüdische Gemeinde
Prags – das Postskriptum, dass der Golem bei Gefahr zurückkehren würde,
bewahrheitet sich. Der auf der Oberfläche eher harmlos wirkende Film lässt
sich über die Ausstattung und die Architektur als Konflikt konkurrierender
Fundamente und Überzeugungen lesen: Das Untergeschoss der Synagoge, in
der der Golem auf seine Wiedererweckung wartet, steht dem alchimistischen
Labor und dem Kerker des Kaisers entgegen.


Under the reign of Emperor Rudolph II, the Jewish community of Prague has
to suffer a lot. Rabbi Jacob, one of the successors of Rabbi Löw, knows that
the Golem is still hidden in an attic. For the sake of the Jewish people, the
young rabbi brings the Golem back to life. But the Emperor wants to get hold
of that creature.
Emperor Rudolph II is played by French-Jewish actor Harry Baur. In 1942, he
was imprisoned by the Gestapo and almost dying of hunger he was released
four months later. One year later, he died at the age of 42 in Paris.


Einleitung/Introduction: Ines Steiner, Film- und Kulturwissenschaftlerin,
Tätigkeiten für SDR, Deutsches Filmmuseum, Deutsches Film Institut,
IFK Wien, Universität für Angewandte Kunst. Zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen zu filmspezifischen Themen.

Fr 16.11. 19:30 Metro
Di 20.11. 18:00 Filmhauskino